
Das Japan Jahrbuch hat als wissenschaftlich fundierte gegenwartsbezogene Publikation einen festen Platz in der Japan Community innerhalb und außerhalb von Forschungsinstitutionen. Aufgrund seiner Reichweite – die Interessenten stammen aus Forschungsinstitutionen, Ministerien, Handelsverbänden, Unternehmen und Medien – und einer Auflage von 450 Exemplaren zählt das Jahrbuch zu den erfolgreichsten Publikationen in der gegenwartsbezogenen Japanforschung.
Die erste Ausgabe des Japan Jahrbuchs erschien auf Initiative des Instituts für Asienkunde und Manfred Pohl im Jahr 1977, seit 2000 haben Manfred Pohl und Iris Wieczorek es gemeinsam herausgegeben. 2007 hat die Vereinigung für Sozialwissenschaftliche Japanforschung (VSJF) die institutionelle Herausgeberschaft für das Jahrbuch übernommen. Bis heute hat sich das Konzept des Jahrbuchs bewährt, regelmäßige Überblicksbeiträge zur japanischen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft mit Sonderbeiträgen zu aktuellen Entwicklungen in diesen Bereichen zu verbinden. Inzwischen sind über 200 wissenschaftliche Analysen zu den vielfältigsten Themen erschienen. Die VSJF führt dieses Konzept fort. Als ein qualitätssicherndes Element wurde neben der Gründung eines Editorial Boards ein Peer Reviewverfahren eingeführt. Mit Ausnahme der Überblicksbeiträge werden alle Beiträge von dem Editorial Board geprüft und in einem anschließenden Double Blind Review Gutachten von VSJF-Mitgliedern oder anderen qualifizierten Fachvertretern eingeholt.
Mit dem Japan Jahrbuch nimmt die VSJF ihr Ziel wahr, den Austausch von Wissen über Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur des modernen Japan zu fördern. Konzeptionell wird dabei insbesondere der Diskurs zwischen Sozialwissenschaftlern und Japanologen sowie die Vernetzung von Fachspezialisten und Länderspezialisten betont. Durch ihr Netzwerk will die VSJF wichtige Fragestellungen zum modernen Japan bearbeiten und die Ergebnisse regelmäßig der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Dabei ist es uns ein besonderes Anliegen, mit dem Jahrbuch weiterhin ein Forum sowohl für Beiträge etablierter Wissenschaftler als auch für Beiträge von Nachwuchswissenschaftlern bereit zu stellen.
Jedes VSJF-Mitglied erhält das Jahrbuch kostenlos. Der reguläre Preis für Nichtmitglieder beträgt 30,- Euro. Das Jahrbuch kann bei Iris Wieczorek (public_relations@vsjf.net) bestellt werden.
JAPAN 2009 – POLITIK, WIRTSCHAFT UND GESELLSCHAFT
Die Herausgeber
Dr. David Chiavacci ist seit Herbst 2005 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Ostasiatischen Seminar der Freien Universität Berlin. Zuvor war er an der Universität Zürich tätig. Im Sommersemester 2009 übernahm er eine Vertretungsprofessur an der Universität Duisburg-Essen.
Dr. Iris Wieczorek ist seit Oktober 2008 bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), seit 2009 in Tokyo als Direktorin des DFG-Büros Japan; zuvor war sie wissenschaftliche Referentin für Gesellschaft, Technologie und Forschung am GIGA Institut für Asien-Studien und Wissenschaftsmanagerin am GIGA in Hamburg.
Zum Inhalt
INNENPOLITIK
Japanische Innenpolitik 2008/2009: Schwerpunkte und Tendenzen (Manfred Pohl)
Die Unterhauswahl 2009: Als der Wandel nach Japan kam!? (Christian Winkler)
Bestimmt der Staat, was auf den Tisch kommt? Die Umsetzung des Rahmengesetzes zur Ernährungserziehung im ländlichen Japan (Cornelia Reiher)
AUSSENPOLITIK
Grundzüge und Tendenzen der japanischen Außenpolitik 2008/2009:
Zwischen Weltwirtschaftskrise und nuklearer Bedrohung (Wilhelm Vosse)
Terra marique: Die Rückkehr des Raumes in der völkerrechtlichen Debatte
Japans, 1989–2009 (Urs Matthias Zachmann)
WIRTSCHAFT
Japans konjunktureller Einbruch in der globalen Finanz- und Wirtschaftkrise (Hanns-Günther Hilpert)
Erfolgsfaktoren und Herausforderungen der Nachfolge in japanischen Familienunternehmen am Beispiel der Möbelindustrie (Tim Goydke & Henrik Smailus)
CSR-Berichterstattung japanischer Unternehmen (Ramona Grieb)
GESELLSCHAFT
Vorwärts in die Vergangenheit? Für und Wider der Bewerbung Tōkyōs
um die Olympischen Spiele 2016 in der politischen Diskussion (Christian Tagsold)
Ländliche Regionen und Tourismusvermarktung zwischen Revitalisierung
oder Exotisierung: das Beispiel Echigo-Tsumari (Susanne Klien)
Sutekina kurashi – Rückbesinnung auf Heim und Familie (Anemone Platz)
Massenmedialer Geschichtsrevisionismus im gegenwärtigen Japan:
Filmische Repräsentationen der "Tōkyō-Tribunal-Geschichtsauffassung" (Steffi Richter)