Die VSJF-Jahrestagung 2010 wird mit dem Thema "Cultural Power Japan – Impact and Intellectual Dimensions“ vom 26. bis 28. November, ausgerichtet von der Japanologie am Fachbereich Sprach- und Kulturwissenschaften, voraussichtlich in englischer Sprache an der Johann Wolfgang Goethe- Universität im Casino/IG Farbenhaus auf dem Campus Westend in Frankfurt stattfinden.
“Cultural Power Japan – Impact and Intellectual Dimensions“
Der globale Erfolg japanischer kultureller Produkte und die weltweite Präsenz von J-Lifestyles wird als Phänomen „Cool Japan“ adressiert. Der Boom des „großen J“ ist seit geraumer Zeit auch ein aktuelles Thema der internationalen Japanforschung und wurde zuletzt auf Konferenzen in Paris, Berlin und Tôkyô erörtert. Zur Klärung der Frage, wie sich Japans Ruf als „kulturelle Supermacht“ deuten ließe, haben Diskutanten wie Iwabuchi Kôichi und Ann Allison beigetragen. Vollständig gelöst wurde das Rätsel jedoch noch nicht.
Bislang zu vermissen bleibt vor allem die Analyse der japanischen Metatheorien zur landeseigenen Populärkultur, deren Berücksichtung es erlauben würde, jenseits der anglophonen Bezeichnung japanischer Populärkultur als „sublunary“ oder „polymorphous perversity“ (Allison) und jenseits schillernder Etiketten wie „japanische Postmoderne“ oder „Techno-Animismus“ differenzierte Betrachtungen anzustellen. Die „Kulturmacht Japan“ verständigt sich spätestens seit den 1990er Jahren intensiv in intellektuellen Debatten über die politische Instrumentalisierung von Subkultur und die Auflösung vorgeblich subkultureller Inhalte in den Mainstream der Konsumkultur. Zu diskutieren sind in diesem Zusammenhang die einschlägigen Beiträge etwa von Ôtsuka Eiji, Azuma Hiroki oder Miyadai Shinji.
Ein Problem angesichts der Vielschichtigkeit und des Facettenreichtums dessen, was unter den Termini „Cool Japan“, J-Lifestyle“, „J-Pop“ und „Kulturmacht Japan“ zu analysieren wäre, ist die adäquate Fokussierung der Fragestellungen. Selbst bei einer Begrenzung der Untersuchung auf die Genres Manga und Anime, wie dies viele Konferenzen und Studien tun, ist die Erschließung des Kontextes kein einfaches Unterfangen. Gegenwärtig liegen auch noch kaum übergreifende Studien zum Einfluss der aktuellen japanischen Populärkultur auf eine (neue?) weltweite Sichtweise auf das Land als „Kulturmacht“ vor.
Während auf der geplanten Konferenz zum einen die Kommentare der japanischen Kritiker, Kulturphilosophen und Makrosoziologen im Hinblick auf eine Beschreibung japanischer Modelle des Lebens in der Konsum- und Medienkultur des 21. Jahrhunderts behandelt werden sollten, gilt es auch den Einfluß von japanischen Werbefirmen, Copywritern und Lifestyledesignern auf die japanische postindustrielle Konsumentengesellschaft sowie auf die globale Kundschaft der Lebenstil-Supermacht Japan zu untersuchen. Dies kann im Rahmen der Jahrestagung 2010 auf der Basis sozioökonomischer, soziokultureller oder soziologisch-politologischer Beobachtungen ebenso erfolgen wie auf kulturwissenschaftlicher oder philosophischer Grundlage.
Die Tagung wird sich in Plenumssektionen und parallel tagenden Arbeitsgruppen insbesondere mit folgenden Themen befassen:
- Metatheorien: der Diskurs um die Kulturmacht Japan
- Ideologische und wirtschaftliche Dimensionen
- Vergangenheit und Gegenwart von Japans kultureller Hegemonie im Spiegel der Populärkultur in Südostasien, China und Taiwan
- Manga in Europa: empirische Befunde und ihre Interpretation
Weiterhin ist ein eigenes Panel zum Thema „Reading Manga, studying Japanese Studies“ mit Beiträgen von Studierenden geplant.
Vorschläge für Beiträge zur Tagung werden bis zum 15. März 2010 an die Organisatoren erbeten.
Organisatioren:
Cosima Wagner und Lisette Gebhardt
Kontakt zu den Organisatorinnen der Tagung:
Prof. Dr. Lisette Gebhardt
eMail:
l.gebhardt@em.uni-frankfurt.de
Dr. des. Cosima Wagner
eMail :
c.wagner@em.uni-frankfurt.de
Johann Wolfgang Goethe-Universität
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